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HENSELER, Nathalie

Gipfelgeschichten : Wie die Schweizer Berge zu ihrem Namen kamen

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Aus dem Vorwort von Tinu Heiniger, „Bärg- u Talsänger“:

„Dammastock! Wie kraftvoll und wuchtig, aber auch wie sanft und liebevoll das tönt. Ich höre meinen Grossvater, wie er auf dem Hohgantgipfel neben mir «Dammastock» sagt und dabei Richtung Urschweiz zeigt. Auch Nathalie Henseler hatte so einen bergkundigen, bergverliebten Grossvater. Das bleibt, das prägt. Sie will aber nicht bloss, wie ich und unsere Grossväter, wissen, wie all die vielen Gipfel heissen, sie will auch noch wissen, wie sie zu ihren oft seltsamen Namen kamen. Be ihren Nachforschungen stösst sie auf verschiedenste Quellen und Erklärungsversuche. Nein, mit dem Damhirsch habe der Name vermutlich nichts zu tun, es sei wahrscheinlicher, dass der Flurname Damma für das Seitental am Fusse des Dammastockes dem Berg den Namen gab. Henseler behauptet nichts, sie wägt ab und vermutet und lässt uns an der Geschichte, wie die Berge zu ihren Namen kamen, teilnehmen.
Dufourspitze! Auch hier höre ich meinen Grossvater, den Wachtmeister Schär, mit welchem Stolz in Brust und Stimme er das Wort «Dufour» sagt. Eh ja, Dufour war ein General der Schweizer Armee. Und tatsächlich: Auf Dufour können wir stolz sein, denn der wollte, wenn schon Krieg geführt werden musste, Blutvergiessen möglichst vermeiden und hat, wie ich hier im Gipfelbuch lese, zusammen mit Dunant das Rote Kreuz gegründet. Das Gipfelgeschichtenbuch ist auch ein Geschichtsbuch.“
 

Aus der Einleitung:

„Namenforschung gleicht einer Zeitreise. So etwa erzählen die Flurnamen von früheren Besitzverhältnissen, von Alpwirtschaft, Siedlungsgeschichte, Sagen, Nutzung und Streitigkeiten. Sie öffnen uns Augen und Ohren für Formen wie den «Napf» und Geräusche wie das «Chlötterle». Und sie halten uns die Namen von Menschen in Erinnerung, die zu ihrer Zeit Grosses geleistet haben. Sie bewahren uns vor der «Gewalt des Namenlosen», wie Meinrad Inglin in seiner Erzählung «Jugend eines Volkes» schreibt. Darin bettet er seine Interpretation der Namengebungen in die Gründungssage von Schwyz ein. Nach dieser Sage gelangen die beiden Alemannen Swit und Swen «vom Stamm des edelsten Suebenvolks, der Semnonen» nach langer Völkerwanderung mit ihrem Gefolge zu einer Lichtung in einem Talkessel, um sich dort niederzulassen. Sie treffen auf einen bereits sesshaften Jäger, der von da an Swit auf seinen täglichen Erkundungsgängen begleitet. «Auch nannte er in seiner Sprache manches mit Namen, und die künftigen Siedler, dem ordnenden inneren Triebe folgend und aus einer immerwährenden leisen Angst vor der Gewalt des Namenlosen, wiederholten sie eifrig. Den Fluss im Talboden nannte er Muota; auf die Felsberge zu Häupten des Tals weisend, sagte er: Mitun. Die Männer blickten zu den kahlen, menschlichen Sinn und Zweck starr überragenden Felsgebilden hinauf und wiederholten leise: Mitun.»
Erst spät, als letzte in der Familie der Flurnamen, haben die Berggipfel ihre Namen erhalten. Zu abgelegen waren sie, und freiwillig stiegen die Alpbewohner nicht in die Höhen hinauf. Das war ihrer Ansicht nach zu riskant. Zu sehr fürchtete man die unbekannten Mächte, die dort oben wüteten und mit Steinschlägen, Lawinen und Erdrutschen Verwüstung und Tod brachten. Mit denen wollte man nichts zu tun haben. Hinzu kommt, dass die schroffen Felsen und vergletscherten Gipfel wirtschaftlich uninteressant waren. Bis zum Moment, als das Essen knapp wurde. Das Hirtenvolk drängte in die Höhen hinauf und machte mit Grenzmauern und Pferchen aus Trockenmauern die magersten Alpwiesen nutzbar. Den geheimnisvollen Mächten trotzte es mit Bräuchen, die Mensch, Vieh und Alp vor Unglück bewahren sollten. Mit Bräuchen, die Heidnisches mit Christlichem verbanden und noch heute Anwendung finden. So wie der Bet-Ruf, der die nächtlichen Gewalten durch Anrufung der Heiligen bannt.“


In diesem Buch deutet Nathalie Henseler namenkundlich 70 Bergnamen (u. a. Mythen, Rigi, Rossberg) und ergänzt die Deutungen mit Geschichten. Berücksichtigung finden: Mythen, Rigi, Alpstein, Pilatus, Rossberg, Piz Bernina, Randen Hohe Winde, Chasseral, La Dôle, Tête de Ran, Mont des Cerfs, Chambenflüe, Weissenstein, Belchenflue, Gridone, Le Chasseron, Lägeren, Bachtel, Hörnli, Hoher Kasten, Kronberg, Säntis, Alvier, Churfirsten, Glärnisch, Twärenen Räui, Schimbrig, Napf, Bürgenstock, Buochserhorn, Titlis, Schwalmis, Gross Spanort, Dammastock, Galenstock, Gross Windgällen, Rofeien, Clariden, Tödi, Hoch Ducan, Muttler, Piz Palü, Pizzo Colombe, Sidelhorn, Niesen, Eiger, Mönch, Jungfrau, Lauteraarhorn, Finsteraarhorn, Agassizhorn, Scheuchzerhorn, Altels, Tour d’Aï, Les Diablerets, Bietschhorn, Mischabel, Dom, Dent Blanche, Lyskamm, Dufourspitze, Monte Rosa, Matterhorn.
 

2. Aufl. - Lenzburg: FARO im Fona Verlag, 2012. - 185 S., zahlr. Abb.

44,90 CHF  (inkl. 2,5% MWST)
Bestellnummer: 978-3-03781-009-5
Ausführung: gebunden (BxHxD = 21 x 27,5 x 2,7 cm)

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Webmaster (2010/04/16 - 09:40)