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PÖRTNER, Stephan (Hrsg.) ; SCHNYDRIG, Samuel (Mitarb.) ; FARNER, Chrigel (Ill.) ; TROXLER, Paula (Ill.)

Hosenlupf : Eine freche Kulturgeschichte des Schwingens

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Texte:
Peter Bichsel, einer der renommiertesten Schweizer Schriftsteller
Milena Moser, Gründerin des Krösus-Verlags, Bestsellerautorin
Stephan Pörtner, Schriftsteller und Übersetzer
Christian Rufer, Illustrator
Christoph Simon, Schriftsteller, Hrsg. der Zeitschrift Leuchtelement
Samuel Schnydrig
 

Aus dem Inhalt:

Pörtner Stephan : Unsere Reise in die Welt des Schwingens

Wer etwas über das Schwingen erfahren will, spricht am besten mit jenen, die diesen Sport geprägt haben, dachten wir. Wer wäre besser geeignet, die Aussensicht, die wir als Interessierte und Faszinierte hatten, durch die Innensicht jener Männer und Frauen zu korrigieren und zu vertiefen, die einen grossen Teil ihres Lebens dem Schwingen gewidmet haben? Die Wahl, die wir getroffen haben, erfolgte nach unseren eigenen Kriterien. Von wem hatten wir viel gehört, wer tauchte immer wieder in Berichten auf, wer war eine interessante Persönlichkeit? Es hätten gewiss auch andere und viel mehr Leute ausgewählt werden können, der Schwingsport ist reich an markanten Figuren.

Die Schwingerpersönlichkeiten wurden schon sehr oft interviewt, wurden schon alles gefragt, was man fragen kann. Über einige sind ganze Bücher erschienen. Trotzdem nahmen sie sich die Zeit, uns zu empfangen, uns Red und Antwort zu stehen, uns Laien geduldig zu erklären, worum es in ihrem Sport geht oder gegangen ist. Einige luden uns zu sich nach Hause ein, andere an den Arbeitsplatz oder in die Dorfbeiz.

Wir fuhren ins Toggenburg, an den Thunersee, ins Bernbiet und an die Zürcher Bahnhofstrasse. Wir waren mit Autos und Zügen unterwegs, mit Trams und Bussen und zu Fuss. Wir haben uns von Navigationsgeräten, Verkäuferinnen im Volg oder Serviceangestellten in der Konditorei, von Nachbarn und Passanten den Weg erklären lassen. Wir haben uns verfahren und verlaufen und fast verpasst, aber am Schluss kam immer eine Begegnung zustande, bei der der Ort, die Umgebung, die Region mitsprachen und das Gesagte unterstützten oder verdeutlichten. Nöldi Forrer zeigte von seiner Terrasse aus auf die steile Alpwiese, die er barfuss hinaufzurennen pflegt. Zu Karl Melis Wirtshaus gingen wir durch das Winterthurer Quartier, in dem er aufgewachsen war. Ruedi Hunsperger zeigte uns sein Wohnzimmer, das Sofa, auf dem er sass, als er nicht schlafen konnte und im Fernsehen auf irgendeinem Kanal morgens um drei Der Richter und sein Henker lief, die Dürrenmatt-Verfilmung, bei der er mitgewirkt hatte. Adrian Käser ass mit uns in seiner Stammbeiz zu Mittag, er hatte draussen gewartet, wir drinnen. Der „Fätze“ Hasler, wie ihn der Blick einst nannte, empfing uns in der Nähe der noblen Zürcher Bahnhofstrasse. Er trug eine Krawatte und musste zwischendurch an seinem Smartphone Anweisungen geben.

Jede Begegnung war anders, jede zeigte eine andere Facette, einen anderen Menschen. Das Schwingervolk ist vielfältig und unterschiedlich, und fast keines der Klischees hat überlebt.

Neben den Stars, den Legenden und Königen trafen wir auch Menschen, die sich im Hintergrund engagieren. Die sind im Schwingen genauso wichtig, weil enorm viel auf Freiwilligenarbeit basiert. Die Trainer, die Technischen Leiter, die Helfer am Schwingfest, sie alle arbeiten gratis in ihrer Freizeit. Auch mit ein paar von ihnen haben wir gesprochen und uns wichtige Aspekte erklären lassen.

Wir besuchten lokale und kantonale Schwingfeste und schliesslich das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Frauenfeld.

Die Meinungen in der Schwingerfamilie sind unterschiedlich, die Alten denken anders als die Jungen, die Aktiven anders als die Ehemaligen, die vom Verband anders als die Schwinger, die Frauen anders als die Männer. Trotzdem bilden sie zusammen die Schwingerwelt, die immer mehr Leute, wie uns, in ihren Bann zieht. Die hier vorgestellten Porträts, Interviews und Erläuterungen sollen diese Vielfalt widerspiegeln und etwas von den Menschen und ihrer Umgebung vermitteln.“
 

Zürich: Walde+Graf, 2010. – 232 S., Abb.

20,00 CHF  (inkl. 2,5% MWST)
Bestellnummer: 978-3-03774-017-0
Ausführung: gebunden (BxHxD = 18,9 x 24,9 x 2,3 cm)

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Webmaster (2010/04/16 - 09:40)